Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen von Hospizdiensten werden zwar  intensiv auf die Sterbebegleitung in der Familie, im Altenpflegeheim oder im Krankenhaus vorbereitet, aber es wird häufig übersehen, dass um den Sterbenden herum Menschen leben, die zeitgleich mit dem Sterbenden in tiefe Trauer fallen. Auf diese Begegnung mit diesen trauernden Menschen, sind Sterbebegleiter/innen oft nicht ausreichend vorbereitet.

Auch der Sterbende selbst kann in den letzten Wochen und Tagen seines Lebens in eine Trauer fallen, bei der es eher um Aspekte der Vergangenheit und des nicht gelebten Lebens geht als um die Frage nach dem Sterben, dem Tod oder dem möglichen Leben danach.

 

 

 

Die Fortbildung in der Kolping Bildungsstätte Coesfeld hat Petra Liß und Karoline Reinstadler über ein halbes Jahr lang befähigt, im ganz konkreten Fall „Handwerkszeug“ zur Verfügung zu haben. Damit können Trauernde als Trauernde wahrgenommen werden. Beide Begleiterinnen berichteten von großen Unterschieden in der Begleitung Sterbender und deren Angehörigen und trauernder Menschen nach dem Verlust. Es sei ein sich Bewegen in Systemen, in denen gleichzeitig gestorben und getrauert wird. Somit nehmen Kommunikationsmethoden einen sehr großen Raum ein.

 Ab 2019 werden Petra Liß und Karoline Reinstadler eine geschlossene Trauergruppe über sechs Einheiten für Angehörige sterbender Menschen anbieten. Dieses Pilotprojekt wird in Kooperation mit dem Altenheim St. Johannisstift und der Palliativstation in Bad Lippspringe erfolgen. Die beiden Trauerbegleiterinnen haben dafür eine beeindruckende Konzeption und Gliederung der Abende erstellt.