Am 24.05.2022 verabschiedete der Vorstand, die Koordination und die ehrenamtlichen Mitarbeiter die langjährige Koordinatorin Reinhild Wode. Wir bedanken uns für die schöne, gemeinsame und erfüllte Zeit.

 

An diesem Abend wurden ebenso  ehrenamtliche Mitarbeiter für ihr bisheriges Engagement geehrt. Viele Ehrenamtler sind dem ambulanten Hospizdienst lange Zeit verbunden, so gab es auch Ehrungen für 20 jährige Treue. Ein herzliches Dankeschön für Eure unermüdliche Bereitschaft für Sterbende und Trauernde dazu sein.

 

In einer gemütlichen Atmosphäre bei Grillgut und Getränken wurden zuletzt die neuen ausgebildeten Ehrenamtler willkommen geheißen.


Öffentlicher Vortrag und Seminar mit der Erzählkünstlerin Jana Raile am 8./9. November 2019 zum Thema "Kraft der Märchen in der Sterbe-und Trauerbegleitung"


Unser 20jähriges Jubiläum als gemeinnütziger Verein zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung am 5.9.2019 


Abschluß unseres 14. Qualifizierungskurses im November 2018


Unser traditionelles Benefizkonzert im November 2018 im Deelenhaus

 

Veranstaltungsdaten:
Acoustic Guitar Night mit
Tony Kaltenberg, Wolfgang Stute und Carsten Hormes


 


„Ich habe jeden Tag gelernt, gelernt.“

 

„Ambulanter Hospizdienst St. Johannisstift e.V.“ verabschiedete seinen Vorstandsvorsitzenden Dr. med. Axel Stein am 13. September 2018.

 Foto und Text: Ann-Britta Dohle

 

Mit einem festlichen Akt verabschiedete der „Ambulante Hospizdienst St. Johannisstift e.V.“ am Donnerstag im Dietrich- Bonhoeffer-Haus seinen Vorstandsvorsitzenden Dr. med. Axel Stein. Gleichzeitig wurde ihm, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, der Ehrenvorsitz angetragen. Der einstige Hausarzt hatte sich nach seiner Pensionierung der Sterbebegleitung zugewandt, die damals noch in Kinderschuhen steckte. Der Mann der ersten Stunde blickt zurück: “Komm doch mal bei uns vorbei, hatte es geheißen“. Axel Stein kam, blieb und sollte in den folgenden 16 Jahren beim St. Johannisstift einen bemerkenswerten Ausbau des ambulanten Hospizdienstes und eine breite Vernetzung auf den Weg bringen.

 

   Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Specht, der nun den Vorsitz leiten wird, erinnerte an das außerordentliche Engagement Axel Steins. Die in den Anfängen zwingende Geldfrage habe dieser mit Hilfe seines großen Freundeskreises durch das Beschaffen von Spendengeldern gelöst. Mittlerweile können jährlich Fördergelder bei den Krankenkassen beantragt werden. Natürlich habe es in der langen Amtszeit auch mal zwischenmenschliche Konflikte gegeben. Doch sei es Axel Stein mit seiner Begabung  immer geglückt, diese zu entschärfen.

 

   „Humanität unserer Gesellschaft beweist sich daran, wie man mit den Schwächsten unserer Gesellschaft umgeht.“ Mit diesem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck leitete der stellvertretende Bürgermeister Martin Pantke seine Danksagung ein. Darin verwies er ausdrücklich, wie sehr die Stadt Paderborn von der Arbeit des Ambulanten Hospizdienst St. Johannisstift profitiere. Palliativmediziner und Chefarzt Prof. Dr. Dr. Andreas Lübbe aus Bad Lippspringe schaute in seiner Festrede dankbar auf die enge Zusammenarbeit zwischen der medizinischen Palliativversorgung und der Hospizbewegung zurück. Als sich vor 14 Jahren die ambulante medizinische Versorgung sterbenskranker Menschen im Kreis Paderborn und Höxter noch in der Aufbauarbeit befunden habe, sei Dr. Axel Stein freiwillig zu ihm gekommen und habe seine Hilfe angeboten. „I did it my way“ stimmt bei der Verabschiedung dazu passend Musiker Goran Avramovic auf dem Klavier an.

   Derartige Solidarität droht heute verloren zu gehen. Doch Hilfe und Solidarität erhofft sich der Ambulante Hospizdienst St. Johannisstift e.V. auch weiterhin von ehrenamtlich engagierten Bürgern. Denn die ehrenamtlichen Sterbebegleiter sind das Ah und Oh der Hospizbewegung. Prof Dr. Lübbe erläutert die Voraussetzungen für solche Tätigkeit: „Zuhören können. Eine Sensibilität entwickeln für die Gestik und Mimik des Anderen. Situationen aushalten.“ Darüber hinaus sei es ausdrücklich erwünscht, in der Öffentlichkeit auch über die gute Tat zu sprechen. Die berührenden Abschlussworte von Dr. med. Axel Stein lassen umgekehrt den unendlichen Gewinn erahnen: „Ich habe hier so viel Freude und Menschlichkeit kennen gelernt und ich habe jeden Tag gelernt, gelernt.“


Samstag, den 8. September 2018

von 9.30 - 17 Uhr ein bunter Aktionstag um den Hohen Dom "Wer früher starb, war schöner tot???


Öffentliche Lesung und Workshop mit Dr. Martin Kreuels am 31.8. und 1.9. 2018 zum Thema "Männer trauern anders", ergänzt mit einer Ausstellung von Fotografien zum Thema "Männertrauer" und  Postmortem - Exponaten


Vernissage mit Skulpturen, Gemälden und Kollagen des Künstlers und ehrenamtlichen Sterbebegleiters Wolf Schwarz  "Engel begleiten unseren Weg" am 26. Juni 2018.


Aktuelles aus der Palliativmedizin am 29.11.2017

Hochinteressante Vorträge im HNF-Vortragssaal.

Als Gastgeber Prof. Dr. Andreas Lübbe


Benefizkonzert 

ensemble vinorosso“ begeisterte mit Weltmusik

Am 12. November 2017 gab es ein Wiedersehen und -hören mit dem renommierten ensemble vinorosso es bei unserem traditionellen Benefizkonzert.


25 Jahre Hospiz- und Palliativbewegung NRW


Hospiz- und Palliativtage am 13. und 14. Oktober 2017 im

Historischen Rathaus

 

Die Koordinatorinnen mit den ehrenamtlichen Helferinnen Anette Mertens und Christa Meyer

 

 

 

 

 

Unter dem Motto „Jeder Moment ist Leben“ fanden am Freitag und Samstag die Hospiz und Palliativtage im Rathaus Paderborn statt. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der professionellen Sterbebegleitung, in der es auch immer um den bestmöglichen Erhalt von Lebensqualität, um persönliche Nähe und Vertrauen geht, hatten die neun sozialen Ansprechpartner aus Stadt und Kreis ein gemeinsames „Geburtstagsprogramm“ aus Musik, Theater, Informationsständen und Vorträgen erstellt. An den Informationsständen konnten sich die Besucher allgemein über stationäre wie ambulante Hospizdienstleistungen informieren, aber auch ganz spezielle lebensbereichernde Hilfen wie Aromatherapie und Zahnpflege wurden vorgestellt. Und dass Lachen die beste Medizin ist, demonstrierten die eigens ausgebildeten Klinikclowns, die im Alltag täglich mehrere Stunden im Dienst sind und kleinen wie großen Patienten Momente der Leichtigkeit und Heiterkeit schenken. 

 

Sehr deutlich machten sowohl Landrat Vinzenz Heggen sowie Vortragsredner Prof. Dr. Dr. Andreas Lübbe eines: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben sondern den Tagen mehr Leben.“  Und damit verdeutlichte der Palliativmediziner aus Bad Lippspringe auch einmal mehr seine klare Haltung gegen eine aktive ärztliche Sterbehilfe und gegen den Suizid. Den zahlreich erschienenen Interessierten erläuterte er seine Aufgabe, die er darin sieht, mit dem Patienten gemeinsam eine kluge Entscheidung zu treffen, die diesem eine bestmögliche Lebensqualität gewährt –auch unter Berücksichtigung des individuellen Leidensdrucks.  Dafür müsse der Arzt den Patienten aber verstehen und von ihm ebenso vollständig verstanden werden. Aber auch die Bedeutung der sich anschließenden Teamarbeit, zwischen Pflegepersonal, Patient, Angehörigen und Ärzten hob er hervor - und auch das Recht des Patienten einen ärztlichen Vorschlag abzulehnen. Wogegen sich Prof. Dr. Dr. Lübbe eindringlich wandte ist eine „Übertherapie“, worunter sinnlose lebensverlängernde Maßnahmen zu verstehen sind, die gerade von Krankenhäusern in Geldnot immer wieder praktiziert würden. Von 340 Milliarden Euro jährlich würden alleine 250 Milliarden Euro im Gesundheitswesen für die letzten vier Lebensjahre ausgegeben. Zahlen, die nachdenklich stimmen.

Den Patienten und ihren Angehörigen ist das Thema „Tod und Sterben“ schon längst vertraut. Der rege Austausch während der beiden Palliativ und Hospiztage zwischen Besuchern und den sozialen Diensten leistete einen wichtigen Beitrag zu der Enttabuisierung des Themas und zur Entwicklung einer neuen Sterbenskultur in unserer Gesellschaft.

Teilgenommen haben die Hospiz und Palliativdienste:

Ambulanter Hospizdienst Johannisstift e.V., Ambulanter Hospizdienst Tobit, Ambulanter Kinderhospizdienst,  Ambulanter Hospizdienst Mutter Teresa  im Dekanat Büren e.V., Palliativbetteneinheit Brüderkrankenhaus, Caritasverband Paderborn e.V., Ambulante Palliativpflege Sonnenblume, Palliativstation Karl-Hansen Klinik Bad Lippspringe, Stationäres Hospiz Mutter der Barmherzigkeit.


19 neue Ehrenamtliche  2017 ausgebildet

Im 18. Jahr seines Bestehens hat der Ambulante Hospizdienst St. Johannisstift e.V. einen neuen Qualifizierungskurs in der Sterbebegleitung abgeschlossen. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde bekamen die neunzehn Teilnehmerinnen ihre Urkunden ausgehändigt. Damit erhielten sie die Bestätigung, fortan in diesem ebenso herausfordernden wie wertvollen Dienst am sterbenden Menschen eingesetzt zu werden.

"Schon die Zeit der Qualifikation war ausgesprochen wertvoll", darin waren sich alle Teilnehmerinnen einig. In einer Reflexion und Auswertung der Kursabende wurde unter anderem insbesondere die hohe Qualität und Vielseitigkeit der Unterrichtsinhalte aller Dozenten gelobt. Die meisten Teilnehmer haben sich während des Befähigungskurses für einen Praxiseinsatz entschieden. Dieser konnte beim ambulanten Palliativpflegedienst, auf der Palliativstation oder im Seniorenheim erfolgen. Die anderen Teilnehmer widmeten sich für ein Literaturstudium zum Thema.

Intensiv vermittelt wurden Themen wie Kommunikationsstrategien, der  Sterbe- und Trauerprozess, die Sterbebegleitung dementer Menschen, interkulturelle Sterberiten, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht usw.. Bereichert wurde die Qualifikation durch Besuche der Palliativstation, eines Bestattungshauses und des stationären Hospizes. „Die Beschäftigung mit dem Thema Sterben und Tod, das in unserer Gesellschaft noch immer zu oft verdrängt wird, trage dazu bei, den Tod als Teil des Lebens besser zu verstehen."

Interessierte Menschen für einen neuen Qualifizierungskurs können sich im Hospizbüro unter der Telefonnummer 05251/291909 ( Mo, Di und Do 10 - 12 Uhr ) informieren.


Interview mit unserer Ehrenamtlichen Petra Liß

Neues aus den Bereichen – »Niemand geht gerne allein«– Gespräch mit Petra Liß, die sich ehrenamtlich im Ambulanten Hospizdienst engagiert. Sie ist seit 2012 beim Ambulanten Hospizdienst. Nach einer lebensbedrohlichen Krebserkrankung war Frau Liß nicht mehr berufstätig und erfuhr von einem Kurs für „Sterbebegleitung“. Durch ihre eigenen Erfahrungen weiß sie, wie wichtig diese Arbeit ist und so entschied sie sich, selber aktiv zu werden. Die Vorbereitungskurse für die ehrenamtliche Tätigkeit im Hospizdienst bestehen aus wöchentlichen Treffen, die ungefähr ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Es gibt verschiedene Schwerpunkte, mit denen man sich in dieser Zeit auseinandersetzt. Das Wichtigste ist, das liegt in gewisser Weise auf der Hand, die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und eine eigene Haltung zum Sterben zu entwickeln. Aber auch Themen wie rechtliche Regelungen, Kommunikation und Umgang mit Angehörigen, Bestattungsformen oder sterbebegleitende Maßnahmen sind wichtige Inhalte mit denen sich die Teilnehmenden beschäftigen.

Frau Liß hat diesen Kurs erfolgreich absolviert und ist seitdem aktiv in die Betreuung Schwerkranker involviert. Am Anfang einer Begleitung nehmen Angehörige oder auch die Patienten Kontakt mit den Koordinatorinnen Reinhild Wode und Heike Bade auf, um über eine Betreuung zu sprechen. Die Koordinatorinnen treten dann an die Ehrenamtlichen heran, ob diese sich vorstellen können die Aufgabe zu übernehmen. »Dann kommt es zu einem ersten Kennenlernen, um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Falls das nicht so sein sollte, ist es für beide Seiten ganz wichtig auch von der Betreuung zurücktreten zu können«, erzählt Frau Liß. Haben Patient und Ehrenamtlicher jedoch ein gutes Gefühl kann eine Betreuung beginnen. Die Maßnahmen werden je nach Stadium, in dem sich der Patient befindet, individuell geplant und vorgenommen. Es kann von einfachem Unterhalten oder Vorlesen bis hin zu Einkaufen oder Spazieren gehen reichen. »Meist genügt es aber einfach, da zu sein und sich Zeit zu nehmen, denn das fehlt häufig im Alltag «, betont Frau Liß. Der Betreuungszeitraum kann wenige Tage aber auch mehrere Wochen oder länger umfassen. Der Tod ist für alle Beteiligten unbekanntes Terrain und daher herrscht häufig große Unsicherheit. Die Ehrenamtlichen leisten nicht für die zu Betreuenden, sondern auch für die Angehörigen, wichtige Arbeit. »Ehrenamt kommt ohne Auftrag. Die Schwerkranken wissen, da ist jemand, der sich bedingungslos um sie kümmert. Ganz ohne Anforderungen oder Ansprüche. Die Angehörigen werden sich zu diesem Zeitpunkt ihrer eigenen Endlichkeit bewusst und sind häufig überfordert«, berichtet Frau Liß. Wovor viele Angehörige Angst haben ist eine weitere finanzielle Belastung. Dabei sind die Angebote des Ambulanten Hospizdienstes vollkommen kostenlos und unverbindlich. Jeder kann sich beraten lassen und die Gewissheit haben, dass im Notfall jemand da ist, der unterstützt.

Für dieses bedeutende Engagement werden natürlich auch immer wieder Ehrenamtliche gesucht, die sich vorstellen können, mitzuarbeiten. »Dafür sollte man zeitlich flexibel sein und offen über alles sprechen können. In der Lebensendphase gibt es nichts mehr zu verlieren. Wichtig ist, eine eigene Haltung zu entwickeln und zu akzeptieren, dass das Ziel des Weges immer der Tod ist. Man darf sich aber auch mal zurückziehen, wenn es zu viel wird.« Informationen über Vorbereitungskurse für Ehrenamtliche erhält man ebenfalls über den Ambulanten Hospizdienst.

Interview geführt von Melanie Nillies