Samstag, den 8. September von 9.30 - 17 Uhr ein bunter Aktionstag um den Hohen Dom "Wer früher starb, war schöner tot???

 


Öffentliche Lesung und Workshop mit Dr. Martin Kreuels am 31.8. und 1.9. 2018 zum Thema "Männer trauern anders", ergänzt mit einer Ausstellung von Fotografien zum Thema "Männertrauer" und  Postmortem - Exponaten


Vernissage mit Skulpturen, Gemälden und Kollagen des Künstlers und ehrenamtlichen Sterbebegleiters Wolf Schwarz  "Engel begleiten unseren Weg" am 26. Juni 2018.


Besuch des Krematoriums Diemelstadt am 21. Juni 2018 um 15.30 - 17.00 Uhr


Aktuelles aus der Palliativmedizin am 29.11.2017

Hochinteressante Vorträge im HNF-Vortragssaal.

Als Gastgeber Prof. Dr. Andreas Lübbe


"ensemble vinorosso" begeisterte am 12. 11.2017

 

ensemble vinorosso“ begeisterte mit Weltmusik

Am 12. November 2017 gab es ein Wiedersehen und -hören mit dem renommierten ensemble vinorosso gab es beim Benefizkonzert des Ambulanten Hospizdienstes St. Johannisstift e.V. Nach 2015 spielte das Orchester jetzt zum zweiten Mal in der Evangelischen Christuskirche in Schloß Neuhaus für den guten Zweck und begeisterte rund 300 Zuhörer. Dieses Mal stand Weltmusik auf dem Programm.

Das 2004 von Florian Stubenvoll gegründete Ensemble hat sich zu einer festen Größe in der Szene für Weltmusik entwickelt. An diesem Abend trat es in der Kammermusik-Besetzung mit Florian Stubenvoll (Klarinette), Eva Schüttler (Klavier), Miroslav Grahovac (Bajan-Akkordeon), Mike Turnbull (Perkussion) und Rayna Valeva (Kontrabass) auf.

Unter dem Motto „Auf Reisen“ ließ das ensemble vinorosso Musik unterschiedlicher Kulturen und Landstriche erklingen. Die musikalische Reiseroute führte dabei in thematischen Blöcken um die Welt und durch die Musik. Die fünf Musikerinnen und Musiker überzeugten mit ihrer virtuosen Darbietung der verschiedenen Stücke, durch mitreißende Spielfreude und manchen ungewöhnlichen Klang.

Geografisch ging es von der Adria über Griechenland bis in den Raum der Karpaten mit lebensfrohen Hochzeitstänzen und schnellen Walzern, dann nahm das Ensemble die Besucher mit in die Welt des Klezmer, und schließlich entführte es sie in eine musikalische Welt schräger Takte und außergewöhnlicher Instrumente. Hier erklang zum Beispiel eine Tonflöte zusammen mit einer Tonvase.

 


25 Jahre Hospiz- und Palliativbewegung NRW


Hospiz- und Palliativtage am 13. und 14. Oktober 2017 im

Historischen Rathaus

 

Die Koordinatorinnen mit den ehrenamtlichen Helferinnen Anette Mertens und Christa Meyer

 

 

 

 

 

Unter dem Motto „Jeder Moment ist Leben“ fanden am Freitag und Samstag die Hospiz und Palliativtage im Rathaus Paderborn statt. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der professionellen Sterbebegleitung, in der es auch immer um den bestmöglichen Erhalt von Lebensqualität, um persönliche Nähe und Vertrauen geht, hatten die neun sozialen Ansprechpartner aus Stadt und Kreis ein gemeinsames „Geburtstagsprogramm“ aus Musik, Theater, Informationsständen und Vorträgen erstellt. An den Informationsständen konnten sich die Besucher allgemein über stationäre wie ambulante Hospizdienstleistungen informieren, aber auch ganz spezielle lebensbereichernde Hilfen wie Aromatherapie und Zahnpflege wurden vorgestellt. Und dass Lachen die beste Medizin ist, demonstrierten die eigens ausgebildeten Klinikclowns, die im Alltag täglich mehrere Stunden im Dienst sind und kleinen wie großen Patienten Momente der Leichtigkeit und Heiterkeit schenken. 

 

Sehr deutlich machten sowohl Landrat Vinzenz Heggen sowie Vortragsredner Prof. Dr. Dr. Andreas Lübbe eines: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben sondern den Tagen mehr Leben.“  Und damit verdeutlichte der Palliativmediziner aus Bad Lippspringe auch einmal mehr seine klare Haltung gegen eine aktive ärztliche Sterbehilfe und gegen den Suizid. Den zahlreich erschienenen Interessierten erläuterte er seine Aufgabe, die er darin sieht, mit dem Patienten gemeinsam eine kluge Entscheidung zu treffen, die diesem eine bestmögliche Lebensqualität gewährt –auch unter Berücksichtigung des individuellen Leidensdrucks.  Dafür müsse der Arzt den Patienten aber verstehen und von ihm ebenso vollständig verstanden werden. Aber auch die Bedeutung der sich anschließenden Teamarbeit, zwischen Pflegepersonal, Patient, Angehörigen und Ärzten hob er hervor - und auch das Recht des Patienten einen ärztlichen Vorschlag abzulehnen. Wogegen sich Prof. Dr. Dr. Lübbe eindringlich wandte ist eine „Übertherapie“, worunter sinnlose lebensverlängernde Maßnahmen zu verstehen sind, die gerade von Krankenhäusern in Geldnot immer wieder praktiziert würden. Von 340 Milliarden Euro jährlich würden alleine 250 Milliarden Euro im Gesundheitswesen für die letzten vier Lebensjahre ausgegeben. Zahlen, die nachdenklich stimmen.

Den Patienten und ihren Angehörigen ist das Thema „Tod und Sterben“ schon längst vertraut. Der rege Austausch während der beiden Palliativ und Hospiztage zwischen Besuchern und den sozialen Diensten leistete einen wichtigen Beitrag zu der Enttabuisierung des Themas und zur Entwicklung einer neuen Sterbenskultur in unserer Gesellschaft.

Teilgenommen haben die Hospiz und Palliativdienste:

Ambulanter Hospizdienst Johannisstift e.V., Ambulanter Hospizdienst Tobit, Ambulanter Kinderhospizdienst,  Ambulanter Hospizdienst Mutter Teresa  im Dekanat Büren e.V., Palliativbetteneinheit Brüderkrankenhaus, Caritasverband Paderborn e.V., Ambulante Palliativpflege Sonnenblume, Palliativstation Karl-Hansen Klinik Bad Lippspringe, Stationäres Hospiz Mutter der Barmherzigkeit.


19 neue Ehrenamtliche  2017 ausgebildet

Im 18. Jahr seines Bestehens hat der Ambulante Hospizdienst St. Johannisstift e.V. einen neuen Qualifizierungskurs in der Sterbebegleitung abgeschlossen. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde bekamen die neunzehn Teilnehmerinnen ihre Urkunden ausgehändigt. Damit erhielten sie die Bestätigung, fortan in diesem ebenso herausfordernden wie wertvollen Dienst am sterbenden Menschen eingesetzt zu werden.

"Schon die Zeit der Qualifikation war ausgesprochen wertvoll", darin waren sich alle Teilnehmerinnen einig. In einer Reflexion und Auswertung der Kursabende wurde unter anderem insbesondere die hohe Qualität und Vielseitigkeit der Unterrichtsinhalte aller Dozenten gelobt. Die meisten Teilnehmer haben sich während des Befähigungskurses für einen Praxiseinsatz entschieden. Dieser konnte beim ambulanten Palliativpflegedienst, auf der Palliativstation oder im Seniorenheim erfolgen. Die anderen Teilnehmer widmeten sich für ein Literaturstudium zum Thema.

Intensiv vermittelt wurden Themen wie Kommunikationsstrategien, der  Sterbe- und Trauerprozess, die Sterbebegleitung dementer Menschen, interkulturelle Sterberiten, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht usw.. Bereichert wurde die Qualifikation durch Besuche der Palliativstation, eines Bestattungshauses und des stationären Hospizes. „Die Beschäftigung mit dem Thema Sterben und Tod, das in unserer Gesellschaft noch immer zu oft verdrängt wird, trage dazu bei, den Tod als Teil des Lebens besser zu verstehen."

Interessierte Menschen für einen neuen Qualifizierungskurs können sich im Hospizbüro unter der Telefonnummer 05251/291909 ( Mo, Di und Do 10 - 12 Uhr ) informieren.


Interview mit unserer Ehrenamtlichen Petra Liß

Neues aus den Bereichen – »Niemand geht gerne allein«– Gespräch mit Petra Liß, die sich ehrenamtlich im Ambulanten Hospizdienst engagiert. Sie ist seit 2012 beim Ambulanten Hospizdienst. Nach einer lebensbedrohlichen Krebserkrankung war Frau Liß nicht mehr berufstätig und erfuhr von einem Kurs für „Sterbebegleitung“. Durch ihre eigenen Erfahrungen weiß sie, wie wichtig diese Arbeit ist und so entschied sie sich, selber aktiv zu werden. Die Vorbereitungskurse für die ehrenamtliche Tätigkeit im Hospizdienst bestehen aus wöchentlichen Treffen, die ungefähr ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Es gibt verschiedene Schwerpunkte, mit denen man sich in dieser Zeit auseinandersetzt. Das Wichtigste ist, das liegt in gewisser Weise auf der Hand, die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und eine eigene Haltung zum Sterben zu entwickeln. Aber auch Themen wie rechtliche Regelungen, Kommunikation und Umgang mit Angehörigen, Bestattungsformen oder sterbebegleitende Maßnahmen sind wichtige Inhalte mit denen sich die Teilnehmenden beschäftigen.

Frau Liß hat diesen Kurs erfolgreich absolviert und ist seitdem aktiv in die Betreuung Schwerkranker involviert. Am Anfang einer Begleitung nehmen Angehörige oder auch die Patienten Kontakt mit den Koordinatorinnen Reinhild Wode und Heike Bade auf, um über eine Betreuung zu sprechen. Die Koordinatorinnen treten dann an die Ehrenamtlichen heran, ob diese sich vorstellen können die Aufgabe zu übernehmen. »Dann kommt es zu einem ersten Kennenlernen, um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Falls das nicht so sein sollte, ist es für beide Seiten ganz wichtig auch von der Betreuung zurücktreten zu können«, erzählt Frau Liß. Haben Patient und Ehrenamtlicher jedoch ein gutes Gefühl kann eine Betreuung beginnen. Die Maßnahmen werden je nach Stadium, in dem sich der Patient befindet, individuell geplant und vorgenommen. Es kann von einfachem Unterhalten oder Vorlesen bis hin zu Einkaufen oder Spazieren gehen reichen. »Meist genügt es aber einfach, da zu sein und sich Zeit zu nehmen, denn das fehlt häufig im Alltag «, betont Frau Liß. Der Betreuungszeitraum kann wenige Tage aber auch mehrere Wochen oder länger umfassen. Der Tod ist für alle Beteiligten unbekanntes Terrain und daher herrscht häufig große Unsicherheit. Die Ehrenamtlichen leisten nicht für die zu Betreuenden, sondern auch für die Angehörigen, wichtige Arbeit. »Ehrenamt kommt ohne Auftrag. Die Schwerkranken wissen, da ist jemand, der sich bedingungslos um sie kümmert. Ganz ohne Anforderungen oder Ansprüche. Die Angehörigen werden sich zu diesem Zeitpunkt ihrer eigenen Endlichkeit bewusst und sind häufig überfordert«, berichtet Frau Liß. Wovor viele Angehörige Angst haben ist eine weitere finanzielle Belastung. Dabei sind die Angebote des Ambulanten Hospizdienstes vollkommen kostenlos und unverbindlich. Jeder kann sich beraten lassen und die Gewissheit haben, dass im Notfall jemand da ist, der unterstützt.

Für dieses bedeutende Engagement werden natürlich auch immer wieder Ehrenamtliche gesucht, die sich vorstellen können, mitzuarbeiten. »Dafür sollte man zeitlich flexibel sein und offen über alles sprechen können. In der Lebensendphase gibt es nichts mehr zu verlieren. Wichtig ist, eine eigene Haltung zu entwickeln und zu akzeptieren, dass das Ziel des Weges immer der Tod ist. Man darf sich aber auch mal zurückziehen, wenn es zu viel wird.« Informationen über Vorbereitungskurse für Ehrenamtliche erhält man ebenfalls über den Ambulanten Hospizdienst.

Interview geführt von Melanie Nillies